Schnauzenschmaus

Wenn Welpennachwuchs im Team alles ändert

Wer sich überlegt, sich einen Welpen zuzulegen, der sollte es sich wirklich gut überlegen. Denn Welpen sind nicht nur klein und süß, sie haben auch den Wahnsinn im Kopf. Zumindest so um die fünf Minuten jeden Tag. Ein Welpennachwuchs sollte immer gut durchdacht sein, und man sollte nie vergessen, welche Konsequenzen er auch für eine sehr lange Zeit haben wird, auch wenn man bereits einen Hund hat.

Bei uns im Team Schnauzenschschmaus ist in diesem März selbst Nachwuchs eingezogen und wir wollen euch heute davon berichten, wie es uns und auch so einiges drumherum verändert hat. Uns war natürlich schon klar, was so auf uns zukommt, aber wie wohl jeder Welpenbesitzer hatten auch wir ab und an unsere zwei Minuten Verzweiflung, in denen wir überlegt haben, ob das eine gute Entscheidung war. Spoiler: Ja, war es absolut. Auf jeden Fall würde ich unseren kleinen Zwerg wieder abgeben wollen.

Inhaltsverzeichnis

Wie wir zu Archie gekommen sind

Unser Nachwuchs war eine Kombination aus Wunsch und Zufall, kann man wohl sagen. Wie du vielleicht weißt, hatten wir bereits einen Hund. Unser Bruno ist mit seinen 8 Jahren bereits nicht mehr der Jüngste und auch durch seine schlechten Erfahrungen mit anderen Hunden und das Handicap seiner Querschnittslähmung als Spinalwalker gab es für uns viel zu bedenken, als wir bereits vor über einem Jahr über einen zweiten Hund nachgedacht haben.

Da Bruno aber mit recht jungen Hunden bislang immer gute Erfahrungen gemacht hatte und ich es mir an sich zutraute, einen Welpen aufzuziehen, war der Gedanke mit Welpennachwuchs gesetzt. Da gab es nur ein kleines Problem für mich…

Bruno und Sandra Vertiebspartner Reico Schnauzenschmaus

Warum ich keinen Hund aus einer Zucht oder Tierschutz wollte

Durch meine Arbeit als Ernährungsberaterin habe ich schon sehr oft Dinge über die Arbeit von Tierschutzvereinen und von Verhaltensweisen von sogenannten Züchtern gehört, sodass mir bei dem Gedanken, mir einen Hund aus einer dieser beiden Anlaufstellen zu holen, nicht ganz wohl war, solange ich für mich nicht sicher sein konnte, dass dies dort nicht der Fall war. Es gibt natürlich gute Tierschutzvereine und auch gute Züchter, doch ebenso die schwarzen Schafe, die nur das Geld im Kopf haben, und so etwas möchte ich keinesfalls unterstützen.

Für uns war also der Gedanke, auf den passenden Moment zu warten, um vielleicht einen Welpen aus dem Tierheim bei uns aufzunehmen. Doch vor allem kleinere Hunde sind dort eher selten zu sehen. Wir hatten das Thema also gedanklich schon auf Eis gelegt.

Der Zufall kam mit meiner Arbeit

Anfang diesen Jahres war es dann Zeit für unseren perfekten Zufall. Wir waren gerade mit meiner Kollegin Katharina bei uns in Parchim vor Ort und hatten einen Promotionstand aufgebaut, um den einen oder anderen Hund zum Testessen einzuladen. Hier lernte ich dann Dajana kennen, die uns sogleich von ihren beiden Jack Russell-Terriern berichtete. Ihre Hündin war auch gerade trächtig. Wir machen gleich einen Termin für die nächste Woche zum Testessen für die beiden Fellnasen aus.

Tja, und was soll ich sagen? Ich bin mit Jack-Russelln groß geworden, also war es der perfekte Zufall. Und Dajana war auch keine Züchterin. Sie hatten Holly und Hugo schon länger und hatten sich dazu entschieden, Holly einmal Welpen bekommen zu lassen, bevor sie kastriert werden sollte. Und gerade mal eine Woche nach meinem Besuch bei den beiden kamen auch schon fünf kleine Zwerge auf die Welt. 

Die Wahl für Archie

Archies Wurf

Auch hier muss man wohl von Glück sprechen, denn ich habe mich vom ersten Augenblick an verliebt. Super viel Weiß, ein schwarzes Ohr und ein halbes schwarzes Gesicht. Doch Aussehen ist nicht alles. Für uns war sein Charakter wichtig und der passt einfach völlig. Den Archie sollte ganz schnell zeigen, dass er nach seiner Mama Holly kam und zu den ruhigsten im Wurf gehörte. Schon mit wenigen Wochen war ganz deutlich zu sehen, dass Archie sich neue Dinge immer erst mal in Ruhe ansah, statt drauflos zu stürmte, und das war für mich Gold wert.

Denn im besten Fall soll Archie mich bei meiner Arbeit später auch ab und an begleiten. Die Wahl war also getroffen und nun hieß es warten. Wir waren so oft es geht vor Ort und konnten den Mäusen daher beim Wachsen zusehen und miterleben, wie jeder Welpe seinen eigenen Charakter entwickelte und nach und nach dann auch sein zukünftiges Zuhause fand.

Welpennachwuchs im Team

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Vorbereitungen für den Welpeneinzug

Die Zeit bis zum Einzug haben wir nicht blind verstreichen lassen. So gut es ging, waren wir spätestens jedes zweite Wochenende beim Wurf, um auch eine erste Bindung zu Archie aufzubauen, und haben für zu Hause bereits Pläne geschmiedet.

Eine Erstausstattung mit Box, Decken, dem einen oder anderen Spielzeug und Näpfen wurde geholt und bei der nächsten Futterlieferung für Bruno wurde gleich für Archie mitbestellt. Aber auch meinen Arbeitskalender habe ich einmal aufgeräumt. Denn in der ersten Zeit konnte ich Archie ja nicht allein lassen oder zu jedem Termin mitnehmen. Es wurden also Termine vorgezogen oder zur Not auch abgesagt. Zum Glück hatten wir ausreichend Vorlaufzeit, damit alles Wichtige erledigt werden konnte bevor Archie einziehen sollte.

Die ersten Zwei Wochen mit dem Nachwuchs

Kennenlernen Bruno und Archie

Ende März war es dann endlich so weit und wir durften Archie abholen und mit zu uns nehmen. Das gab natürlich zu Hause erst mal gut Aufregung. Alles war für Archie neu und Bruno hätte ihn am liebsten auch sofort kennengelernt, was natürlich auch für uns aufregend war. Denn der Größenunterschied von 10kg zu nicht mal 2kg war schon ganz schön und Bruno konnte auch mal ziemlich tollpatschig sein.

Daher haben wir die beiden erst mal räumlich getrennt. Archie konnte den ersten Raum erkunden und nach dem ersten tiefen Durchatmen haben wir dann beide Hunde aneinander gewöhnt, was viel besser lief, als wir zu Beginn gedacht hatten.

Die ersten zwei Wochen waren dann voll im Fokus der Ruhe und des Alltags. Die Nächte klappten schnell mit nur noch einmal Rausgehen und als mein Partner Basti in der nächsten Woche wieder zur Arbeit musste, haben Archie und ich unseren eigenen Rhythmus mit meiner Arbeit finden müssen.

Schon in der ersten Woche habe ich gelernt, dass ich mehr Ruhe und Pausen in den Alltag einbauen muss. Ich musste den Zwerg viel im Blick behalten, doch ich kam zu viel mehr Pausen, was mir, um ehrlich zu sein, auch sehr guttut. Auch wenn die Arbeit zu Beginn etwas kürzer kam, aber damit hatte ich ja gerechnet. Je mehr Archie lernte, allein zur Ruhe zu kommen, desto mehr konnte ich ihn auch allein lassen.

Archie zuhause

Erste Erfahrungen sammeln

Nachdem Archie sich zu Hause bei uns eingelebt hatte, war es an der Zeit, Archie an neue Situationen zu gewöhnen, beginnend mit unserem Welpenkurs, den wir 5 Wochen lang besucht haben und bei dem unser Zwerg sich dank seines schnellen Köpfchens als kleiner Streber herausstellte, der mal kurz in einer Stunde zwei neue Tricks lernte. 

Außerdem fahren wir seitdem regelmäßig Auto, gehen in Tierfachgeschäfte oder Baumärkte, besuchen immer wieder ein Café, in dem ich gerne arbeite, und gehen auch mal ins Einkaufszentrum, damit er auch solche Situationen in der Zukunft gut meistern kann. Das alles haben wir aber sehr kleinschrittig begonnen, um ihn nie zu überfordern.

Denn die Aufnahmefähigkeit eines Welpen ist eben begrenzt und wir wollten auf keinen Fall, dass er überlastet ist. Alles soll immer in seinem Tempo gehen, was auch schon mal bedeutet, dass ich im Café nur einen halben Blogbeitrag schaffe, bevor wir wieder los müssen, wo ich doch früher viel mehr dort geschafft habe.

Und auch weitere Umweltreize wie Wiese, Wälder und auch das Meer, wie hier auf der Insel Poel, wurden bereits erfolgreich von ihm erkundet. Wichtig ist dabei immer Geduld, damit er seine Neugier auf die neuen Dinge auch ausleben kann. Und natürlich auch viele Leckerlis, damit alles auch ganz sicher positiv in Erinnerung bleibt.

Welpennachwuchs Archie am Meer

Hier stehen wir heute

Bruno und Archie

Heute ist Archie schon ganze 11 Wochen bei uns und seine knapp 1,6 kg vom Einzug haben sich mittlerweile mehr als verdoppelt. Er lernt immer mehr, ist immer entspannter und wir sind zu einem echten Team zusammengewachsen. Zwar ist es ab und an noch immer einen kleinen Kampf, wenn er gerade mal wieder seine Fünf Minuten Chaos im Kopf hat, und auch der Zahnwechsel und das damit verbundene ständige Rumkauen, sind manchmal zum Haare-Raufen.

Aber am Ende denke ich, war es definitiv eine gute Entscheidung, den Kleinen in unsere Familie aufzunehmen. Und mit unserer persönlichen Trainerin Katharina, die uns bei allen Sorgen rund ums Thema Erziehung und Training zur Seite steht, werden wir aus dem kleinen Chaoten sicher noch einen wunderbaren Vorzeigehund machen, auch wenn er das eigentlich jetzt schon ist.

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