Schnauzenschmaus

Trinkt mein Hund genug?

Wie viel Wasser ein Hund braucht

Bei uns Menschen denken wir recht oft: „Ich müsste mal mehr trinken.“. Doch „Trinkt mein Hund genug?“, fragen sich die meisten viel zu selten. Das sollten wir jedoch öfter tun. Mein eigener Hund Bruno hat gesundheitliche Probleme bekommen, weil er eben zu wenig getrunken hat. Denn zu wenig Wasserversorgung bedeutet eine gesundheitliche Belastung für dein Tier. Die Folgen davon merken wir leider erst dann, wenn die Tierarztrechnung schon viel zu hoch ist und dein Tier echt zu kämpfen hat.

Deswegen erkläre ich dir in diesem Blogbeitrag, warum es so wichtig ist, dass dein Hund genug trinkt. Du bekommst eine Faustformel an die Hand, wie viel Hunde trinken sollten, und mit ein paar Ideen und Tricks bekommen wir deinen Hund dazu, genug Wasser tagtäglich aufzunehmen, damit wir die möglichen Folgen von einer zu schlechten Versorgung nicht riskieren müssen.

Inhaltsverzeichnis

Wie viel Wasser benötigt ein Hund am Tag?

Es gibt eine grobe Faustregel, die besagt, dass ein Hund etwa 20–100 ml Wasser pro Tag und kg Körpergewicht benötigt. Ein Hund mit 10 kg benötigt also zwischen 200ml und 1l Wasser am Tag. Dies ist eine riesige Spanne, die sich aus unterschiedlichen Faktoren, wie dem Umfeld, dem Klima, den Temperaturen, Aktivitäten und auch der Futterart zusammensetzt.

Dinge, wie Stress, Sport oder hohe Temperaturen, sorgen für mehr Hecheln beim Hund, damit er Stress oder seine Körpertemperatur abbauen kann. Dies verbraucht eine hohe Menge an Wasser, die dann wieder in den Hund zurückmuss. Daher müssen die meisten Hunde vor allem im Sommer viel mehr trinken und rutschen damit an den oberen Rand der Faustregel.

Hund am Wasser

Was das Hundefutter mit dem Wasser trinken zu tun hat

Aber auch die Futterart und die Inhaltsstoffe des Futters selbst haben in großem Maße einen Einfluss auf den Bedarf an Wasser für deinen Hund. Die große Frage, ob du deinem Hund Trocken- oder Nassfutter füttern solltest, sollte immer mit Rücksicht auf das Trinkverhalten deines Hundes getroffen werden. Nassfutter hat einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 70 %, denn Fleisch und Organe haben zwischen 70 und 80 % Wasser und auch viele Gemüsesorten enthalten ebenfalls Wasser. Trockenfutter hingegen hat nur etwa 10 % Feuchtigkeit.

Vor allem schon diese Feuchtigkeitsdifferenz sorgt dafür, dass ein Hund bei Trockenfutter etwa das Doppelte an Wasser trinken muss, als wenn er Nassfutter bekommt. Hier lässt sich die Faustregel von oben entsprechend noch einmal unterteilen:

Trinkbedarf bei Nassfutter: 20–50 ml pro kg Körpergewicht
Trinkbedarf bei Trockenfutter: 70–100 ml pro kg Körpergewicht

Aber noch ein weiterer Punkt, die Inhaltsstoffe selbst, können noch einen Einfluss haben. Salze und Zucker zum Beispiel entziehen dem Körper deines Hundes Wasser, er muss also noch mehr trinken, um den Verlust auszugleichen. Und auch einige Zusatzstoffe, wie Flohsamenschalen zum Beispiel, ziehen Feuchtigkeit. Ein Blick aufs Futter macht beim Thema Wasser also auch immer Sinn.

Wie oft sollte mein Hund trinken?

Wie der Hund sein Wasser über den Tag aufnimmt, ist eigentlich nicht weiter wichtig. Dein Hund sollte aber immer einen Zugang zu frischem Wasser haben und möglichst verteilt über den Tag häufiger trinken, damit die Niere und Blase deines Hundes nicht überlastet werden. Vor allem beim Fressen sollte auch immer ein Napf mit frischem Wasser bereitstehen.

Warum trinken manche Hunde zu wenig?

Hund sind in der Natur Frischfleischfresser. Sie würden also einen Großteil ihres Wasserbedarfes über Fleisch und Organe aufnehmen. Fleisch besteht in etwa zu 75 % aus Wasser. Daher sind Hunde von Natur aus nicht so stark aufs Wassertinken ausgerichtet, wie wir Menschen. Auch denkt ein Hund nicht daran, dass er mehr trinken muss, wie wir es tun würden.

Vor allem, wenn Hunde dann Trockenfutter bekommen und somit ein riesiger Wasseranteil aus der Nahrung fehlt, steigt entsprechend der Wasserbedarf. Das gleichen aber nicht alle Hunde selbstständig aus, indem sie mehr trinken. Bei manchen funktioniert es, bei anderen leider nicht.

Vor allem auch bei älteren Hunden wird das Thema Wasser noch einmal etwas schwieriger, weil viele Seniorhunde weniger trinken und dazu noch altersbedingte Schwierigkeiten mit den Organen, wie auch dem Anhalten kommen können. Vor allem hier macht eine Umstellung ins Nassfutter sehr häufig Sinn, um eine ausreichende Versorgung mit Wasser zu erzielen und die Organe zu schützen.

Was wir selbst über Wasser gelernt haben

Bruno Hundeleben Spinal Walker

Der Dackel ist grundsätzlich ein robuster Hund, hat aber aufgrund seines besonderen Körperbaus einige gesundheitliche Themen, auf die man als Halter besonders achten sollte. Durch die richtige Ernährung und einen rückenfreundlichen Alltag kannst du vielen Problemen vorbeugen und deinen Dackel langfristig fit halten.

Die häufigste und bekannteste Erkrankung beim Dackel ist die intervertebrale Bandscheibenerkrankung (IVDD), oft auch als „Dackellähme“ genannt. Der verlängerte Rücken und die kurzen Beine erhöhen das Risiko, dass Bandscheiben schneller verschleißen oder verrutschen.  
WICHTIG: Bei Verdacht sofort zum Tierarzt – IVDD ist ein Notfall!
 Anzeichen dafür können sein:

  • Schmerzen beim Anheben
  • steifer Gang
  • Vermeiden von Treppen oder Sprüngen
  • plötzliches Jaulen
  • Schwäche in den Hinterbeinen

Neben dem Rücken neigen manche Dackel auch zu Knieproblemen, Arthrose, Fehlstellungen und Muskelverspannungen durch Schonhaltung.

Was passiert, wenn mein Hund zu wenig trinkt?

Wasser ist ein sehr wichtiger Baustein im Hundekörper, welcher für eine Vielzahl von Prozessen im Körper benötigt wird. Einer der wichtigsten Prozesse ist die Reinigung und Entgiftung, an der neben der Niere auch die Blase beteiligt ist. Alle Fremdstoffe und Reststoffe werden mithilfe des Urins und damit entsprechend Wasser aus dem Körper gespült.

Wenn ein Hund nun aber zu wenig trinkt, kann dieser Prozess nicht richtig effektiv laufen und auch der Urin ist damit höher konzentriert, was wir selbst oft durch eine intensivere Farbe und auch durch einen stärkeren Geruch wahrnehmen. Der konzentrierte Urin und die fehlende innere Reinigung führen sehr häufig zu Infekten und Problemen in der Blase und Niere, da diese durch die schwerere Arbeit und Belastung geschädigt werden.

Leider bemerkten wir diese Probleme häufig erst, wenn bereits ordentlich Schaden angerichtet wurde und es damit oft schon zu vielen Tierarztbesuchen und hohen Kosten bei der Behandlung kommt. Auch weitere Organe können durch die fehlende Durchspülung mit Wasser in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch Nierensteine können sich durch fehlendes Wasser und damit den sauren pH-Wert des Urins leichter bilden.

Wie finde ich heraus wie viel mein Hund täglich trinkt

Wir sollten alle paar Monate einmal überprüfen, ob der Hund für deine Gesundheitsbedürfnisse und seine Futterart entsprechend genug trinkt. Dies lässt sich häufig einfach vornehmen.

Sammle einmal alle Wassernäpfe deines Hundes zusammen und befülle sie mit frischem Wasser. Messe dabei ab, wie viel Wasser du in die Näpfe gegeben hast, und notiere es dir. 24h später misst du dann das Wasser ab, was noch im Napf ist, und berechnest die Wasserdifferenz, die dein Hund entsprechend über den Tag getrunken hat. Wenn dein Hund den Napf über den Tag leertrinkt, miss auch ab, was du über den Tag noch nachgekippt hast. Die getrunkene Menge berechnest du dann wie folgt:

Eingefüllte Menge + nachgefüllte Menge – Restmenge, die am Ende im Napf war.

Um zu schauen, wie dein Hund laut Faustregel etwa liegt, teilst du dann die getrunkene Menge durch das Gewicht deines Hundes in kg. Bedenke beim Vergleich mit der Faustregel auch die Futterart, die dein Hund bekommt. Frisst er Trockenfutter, sollte er im oberen Bereich der Faustregel liegen, bei Nassfutter ist es okay, wenn er am unteren Ende liegt.

Bedenke hierbei, dass du diese Wasserprüfung immer noch einmal vornehmen solltest, wenn du das Futter deines Hundes umgestellt hast. Aufgrund der Futterart, aber auch durch eventuell vorhandene Salze und Zucker, kann sich die Wasseraufnahme deines Hundes wieder verändern. Wichtig hier: Mehr trinken durch Salz und Zucker ist eher schädlich, denn beides ist nicht gesund für deinen Hund und entzieht ihm im Inneren wieder das Wasser, und Blase und Niere müssen noch mehr arbeiten.

Hund Wassernapf - trinkt mein Hund genug

Wie bringe ich meinen Hund dazu mehr zu trinken?

Wenn dein Hund zu wenig trinkt, kann man mit mehreren Tricks die Wasseraufnahme verbessern. Grundlegend solltest du den Wassernapf deines Hundes am besten täglich reinigen und mit frischem Wasser auffüllen, damit es nicht abgestanden ist. Auch mehrere Wassernäpfe und ein Wechsel des Materials, aus dem der Napf deines Hundes ist, können helfen.

In unserem Blogbeitrag zum Thema „Wasseraufnahme im Sommer verbessern“, findest du noch eine Vielzahl weiterer Tricks, um deinen Hund zu mehr Wasser zu animieren, schaue also hier gerne noch vorbei.

Genug Wasser ist so wichtig wie ein gutes Futter

Wasser ist wie das Futter ein entscheidend wichtiger Punkt in der Gesundheit deines Tieres und daher auch ein Grund, dass wir in unserer Futterberatung nicht nur nach Rasse und Hundegewicht ein Futter empfehlen. Die Gesundheit eines Tieres ist immer ein Zusammenspiel vieler einzelner Komponenten, die sich nicht gesondert voneinander betrachten lassen. Vermehrtes Trinken, als auch zu wenig Trinken kann gesundheitliche Gründe als auch Auswirkungen haben. Daher solltest du als Besitzer auch immer ein Auge auf das Trinkverhalten deines Hundes haben und entsprechend handeln, wenn du beispielsweise feststellst, dass dein Hund sehr wenig trinkt.

Wenn du dir gerne Unterstützung für die Gesundheit deines Tieres und damit für das Futter und Trinken wünschst, sind wir sehr gerne mit unserer Futterberatung für dich da. Melde dich über den folgenden Button gleich an, und wenn wir aus deiner Nähe sind, kommen wir auch persönlich zu dir nach Hause.

Individuelle Futterberatung

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