Schnauzenschmaus

Hilfe beim Schlingen beim Hund

Frisst dein Hund noch oder schlingt er schon? Schlingen beim Hund ist ein oft unterschätztes Thema, weshalb wir dieses Thema heute näher beleuchten wollen. Schlingen ist immer dann der passende Begriff, wenn dein Hund sein Futter aufnimmt ohne es ausreichend zu kauen.

Das Schlingen beim Hund sieht dabei nicht nur unappetitlich aus und klingt so, sondern kann dabei auch gefährlich für deinen Hund sein. Daher erklären wir dir im heutigen Beitrag, worauf du bei der Fütterung achten solltest und was du verändern kannst, damit dein Hund weniger schlingt.

Inhaltsverzeichnis

Warum schlingt mein Hund?

Heutzutage gibt es viele Gründe, warum ein Hund beim Fressen schlingt. Neben den zwei bekanntesten Gründen gibt es eine Reihe weiterer Gründe, warum dein Hund schlingen könnte. Unter anderem auch Langeweile, Unterforderung, Zwingerhaltung oder Alleinsein, woran man im ersten Moment nicht denken würde. Der Moment der Fütterung wird dann zum Tageshighlight für den Hund. Hunger an sich ist dagegen eher seltener der Fall, es sei denn der Hund befindet sich in einer starken Unterernährung oder einer Mangelernährung aufgrund eines unausgewogenen Futters.

Der Instinkt liegt in den Genen

Einer der bekanntesten Gründe und heute immer noch wirksam ist der Wolfsinstinkt. Evolutionär hat der Hund es in den Genen liegen. Fressen bedeutet überleben und Fressen gibt es nicht jederzeit. Auch wenn unsere Hunde heute regelmäßig Futter bekommen, so bleiben die Urinstinkte im Tier nun mal aktiv und das bedeutet für manchen Hund noch immer „Friss oder stirb„. Dass die Beute dabei nicht mehr lebt und auch nicht weglaufen wird, ist dabei eher eine Nebensache.

Sozialer Druck und Futterneid

Welpenfutter

Der zweite bekannte Grund ist heute noch viel eher trainiert und erklärt, warum vor allem Welpen echte Fressmaschinen sind. Es wird ganz einfach antrainiert, so schnell und so viel wie möglich zu fressen, wenn man mit 3–7 weiteren Welpen aus einem Napf frisst. Das geht aber auch wieder mit dem Urinstinkt einher, dass der Stärkere überlebt. Viele Welpen lernen entsprechend, möglichst schnell zu fressen, damit sie ihre Ration auch abbekommen, um bestmöglich wachsen zu können.

Aber auch bei der Haltung von mehreren erwachsenen Tieren in einem Haushalt kann Futter schnell ein Streitthema werden und der schnellere Hund holt sich dann gerne nochmal den Rest des Futters aus dem zweiten Napf. So entsteht auch sehr schnell Futterneid. Wobei hier auch das Thema Rangordnung hineinspieit: Das rangniedrigere Tier wird seinen Futternapf sehr schnell hergeben, wenn der ranghöhere Hund ihn einfordert.

Gesundheitskrisen durch Schlingen beim Hund

Nicht nur, dass es unschön aussieht und klingt – Schlingen beim Hund ist auch ein Gesundheitsrisiko. Neben harmlos erscheinenden Gefahren wie Luftschlucken, was zu Aufstoßen, Bauchschmerzen und Blähungen führen kann, ist auch das zu schnelle Füllen des Magens ein echtes Problem. Der schnelle Druck im Magen kann Schmerzen bereiten und bei Hunden zum Würgen und Erbrechen führen.

Die Gefahren können aber noch größer sein. Eine sehr große und beim Schlingen besonders wahrscheinliche Bedrohung ist das fehlende Kauen. Das kann dazu führen, dass dein Hund zu große Futterstücke schluckt und diese ihm im Hals stecken bleiben. Eine Schlundverstopfung geht oft mit Würgen ohne Erbrechen einher. Wenn dein Hund schlingt, solltest du ihn entsprechend immer genau im Blick behalten, wenn er frisst.

Diese Gefahren sind vor allem eine Belastung für den Magen und Darm deines Hundes, denn das fehlende Kauen führt zu großen Futterbrocken im Magen und vor allem zu fehlendem Speichel, der beim Kauen im Mundraum entstehen würde. Und dieser fehlende Speichel kann übrigens auch die Zahnsteinbildung bei deinem Hund begünstigen.

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Magendrehung – der schlimmste Fall

Eine große Gefahr, die auch mit dem Thema Fressen einhergeht, ist die Magendrehung. Hierbei dreht sich der Magen ein und schnürt somit den Magen und die Blutversorgung ab. Es handelt sich hierbei um eine lebensgefährliche Situation, die vor allem bei Hunden mit einem tiefen Brustkorb, wie beispielsweise der Dogge, auftreten kann. Was viele jedoch nicht wissen: eine Magendrehung kann bei jedem Hund auftreten.

Anzeichen einer Magendrehung sind unter anderem Aufblähen des Bauches, Unruhe und das erfolglose Würgen. Der Weg ist hierbei immer sofort zum Tierarzt. Mehr zum Thema kannst du auch in unserem Blogbeitrag „Magendrehung beim Hund“ nachlesen.

Anders als früher angenommen, ist nicht nur wildes Toben bei vollem Magen ein Auslöser. Auch Aufregung spielt hier hinein – und die ist beim Schlingen für viele Hunde oft dabei. Daher empfiehlt es sich zu prüfen, ob und wie man das Thema Fressen etwas beruhigen und entzerren kann. Das zeigen wir dir jetzt.

Tierarzt Hund - erste Hilfe beim Hund

So bekommst du das Schlingen in den Griff

Es gibt einige Optionen, um dem Thema Schlingen die Gefahren zu nehmen. Hierbei kann eine Aufteilung auf mehrere kleinere Portionen am Tag bereits helfen, damit der Magen nicht mit einer zu großen Futtermenge auf einen Schlag überlastet ist. Mehr Kauen fördert es aber leider nicht und eine Belastung für die Magenschleimhaut bleibt – daher gibt es ein paar bessere Wege, die wir dir jetzt zeigen.

Anti-Schling-Nap, Slow Feeder und Schleckmatte

Da das Thema Schlingen schon lange bekannt ist, gibt es bereits viele Napfarten auf dem Markt, die deinem Hund dabei helfen können. Egal ob Anti-Schling-Napf, Slow Feeder oder mein persönlicher Favorit, die Schleckmatte – alle Optionen haben eine ähnliche Wirkung: Der Hund kommt nicht sofort an sein Futter und muss es sich erarbeiten.

Die klaren Vorteile dabei sind, dass dein Hund nicht sofort alles fressen kann und durch die Arbeit auch die Speichelproduktion angeregt wird. Die Schleckmatte hat zudem noch einen weiteren Vorteil: das Lecken sorgt für eine Regulation des Nervensystems, was vor allem bei Welpen oft sehr gut hilft, damit sie sich entspannen.

Egal welche Option du probierst, achte dabei auf eine gute Qualität und lebensmittelechtes Material. Da es für manche Hunde Frust auslöst, nicht sofort ans Futter zu kommen, solltest du dein Tier beim Fressen immer im Blick haben, damit er den Napf dabei nicht zerstört oder umschmeißt.

Fütterungsroutine und Umgebung anpassen

Eben sagte ich noch, den Hund im Blick behalten – und jetzt kommt gefühlt das Gegenteil: Störe deinen Hund nicht, wenn er frisst. Denn egal ob anderer Hund oder wir Menschen: wenn wir ständig um den Futterplatz schleichen, in den Napf schauen oder noch schlimmer hineinfassen, dann bedeutet das Stress für viele Hunde. Achte darauf, dass die Futterstelle deines Hundes ungestört ist – keine Kinder, keine anderen Tiere und auch kein Stress. So kann das Thema Futterneid für viele Hunde bereits etwas abklingen.

Für die Hunde, bei denen das alles nicht hilft, braucht es eine Veränderung der Futterroutine – und die muss gar nicht kompliziert sein. Wir bringen den Hund dazu, für sein Futter arbeiten zu müssen. Egal ob Schnüffelteppich, Futter nur als Belohnung beim Spaziergang oder einfach das Futter im Garten verstreuen – alle Optionen sind super Wege, damit dein Hund nicht mehr alles sofort frisst und der Magen damit entstresst wird.

Schlingen beim Hund – es lohnt sich, etwas zu verändern

Wie du merkst, es gibt viele Wege. Nicht jeder funktioniert für jedes Futter oder jeden Hund. Manche Dinge sind bei der Haltung von mehreren Hunden schwer umzusetzen, aber für jeden Hund wird sich sicher eine Option finden. Und es macht wirklich Sinn, sich damit zu beschäftigen – denn unsere Hunde haben zwar noch die Genverbindung zum Wolf, doch körperlich hat sich seitdem doch so einiges geändert. Das Schlingen ist nicht mehr ideal für sie, vor allem weil sie ihr Futter eben nicht mehr reißen, sondern es fertig portioniert im Napf liegen haben.

Hund wird gekratzt

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