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Kot fressen beim Hund – warum er es tut und was wirklich hilft ​

Du drehst dich kurz um, und schon hat dein Hund die Hinterlassenschaft eines Artgenossen im Maul. Für uns ist das der blanke Ekel – für viele Hunde einfach ein Fund am Wegesrand. Wenn dein Hund Kot frisst, bist du damit nicht allein, auch wenn kaum jemand offen darüber spricht.

In der Fachsprache heißt dieses Verhalten Koprophagie. Es klingt schlimmer, als es meistens ist, denn dahinter steckt selten etwas wirklich Dramatisches. Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Mal ist es reine Angewohnheit, mal ein Hinweis darauf, dass im Körper oder im Alltag etwas nicht rundläuft. In diesem Beitrag schauen wir uns gemeinsam an, warum Hunde Kot fressen, wann es gefährlich wird und was du ganz konkret tun kannst, damit dein Liebling damit aufhört.

Inhaltsverzeichnis

Warum frisst mein Hund überhaupt Kot?

Die ehrliche Antwort vorweg: Es gibt nicht die eine Ursache. Beim einen Hund ist es ein Nährstoffthema, beim anderen pure Langeweile und beim dritten ein Verhalten, das er sich als Welpe angewöhnt hat. Genau deshalb bringt es wenig, sofort das Futter zu wechseln oder streng zu schimpfen, bevor du weißt, woher das Verhalten kommt. Schauen wir uns die häufigsten Gründe der Reihe nach an.

Instinkt und Welpenzeit

Bei jungen Hunden ist Kot fressen erstaunlich normal. Welpen erkunden ihre Welt über das Maul, und Neugier gehört in dieser Phase einfach dazu. Dazu kommt ein natürliches Vorbild: Eine Hündin hält ihr Nest sauber, indem sie den Kot ihrer Welpen aufnimmt. Was die Mama macht, schaut sich der Nachwuchs gerne ab.

In den meisten Fällen wächst sich das wieder aus, sobald der Welpe älter wird. Wichtig ist, dass du in dieser Zeit ruhig bleibst und nicht mit großem Theater reagierst – sonst wird aus einer harmlosen Phase schnell ein spannendes Spiel, das dein Hund gerne wiederholt.

Welpen kaubedürfnis, kot fressen beim Hund

Wenn ein Mangel hinterm Kot fressen beim Hund steckt

Jetzt wird es medizinischer, denn Kot fressen kann auch ein Signal des Körpers sein. Wenn dein Hund über sein Futter nicht alle Nährstoffe aufnimmt, die er braucht, sucht er sich Ersatz – und der landet manchmal eben auf dem Boden. Häufig steht ein Mangel an B-Vitaminen im Verdacht, aber auch fehlende Verdauungsenzyme oder Spurenelemente können eine Rolle spielen.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Sehr häufig fehlen schlicht Mineralstoffe. In vielen Futtermitteln werden sie nämlich nur künstlich zugesetzt, und genau diese synthetischen Mineralstoffe kann so mancher Hund nur schwer aufnehmen. Der Hund rutscht dadurch in einen Mangel – und versucht, ihn ausgerechnet über den Kot anderer Hunde auszugleichen. Was von außen wie eine eklige Angewohnheit aussieht, ist in Wahrheit also oft der Versuch, eine Lücke zu füllen.

Manchmal liegt das Problem auch nicht am Futter selbst, sondern an der Verdauung. Eine gestörte Darmflora, eine Bauchspeicheldrüse, die nicht richtig arbeitet, oder Sodbrennen können dazu führen, dass dein Hund Kot regelrecht als Selbstmedikation nutzt. Der Körper versucht schlicht, sich zu helfen. Wenn du das Gefühl hast, dass hinter dem Kotfressen mehr stecken könnte, ist das der Punkt, an dem ein Blick auf die Ernährung und ein Gespräch mit dem Tierarzt sinnvoll werden.

Stress, Langeweile und der Wunsch nach Aufmerksamkeit

beagle graben

Nicht immer ist der Bauch schuld – oft ist es der Kopf. Hunde, die sich langweilen, zu wenig beschäftigt werden oder viel allein sind, suchen sich ihre eigene Beschäftigung. Auch Stress, Angst oder Unsicherheit können Kot fressen auslösen. Und dann gibt es noch die cleveren Hunde, die ganz genau gelernt haben: Wenn ich das mache, springt Frauchen sofort auf und rennt zu mir. Selbst Schimpfen ist für manchen Hund die Aufmerksamkeit wert.

Wer unseren Beitrag zum Schlingen beim Hund kennt, erkennt hier ein Muster: Rund ums Fressen spielt die Psyche eine viel größere Rolle, als man denkt. Ein Hund, der ausgelastet und entspannt ist, hat solche Angewohnheiten deutlich seltener.

Ist es gefährlich, wenn mein Hund Kot frisst?

Diese Frage bekomme ich in der Beratung oft gestellt, und die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Der eigene Kot ist meist das kleinere Übel. Kritischer wird es beim Kot fremder Tiere, denn darüber kann sich dein Hund Würmer, Giardien und andere Erreger einfangen. Gerade Giardien sind zäh und sorgen für hartnäckigen Durchfall, den man nur schwer wieder loswird.

Deshalb würde ich es nicht einfach abtun. Solange dein Hund gelegentlich am eigenen Häufchen schnuppert, ist das unschön, aber selten ein Drama. Sobald er regelmäßig fremden Kot frisst, solltest du gegensteuern – schon allein, um Wurmkuren und wiederkehrende Magen-Darm-Probleme zu vermeiden.

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Was du tun kannst, wenn dein Hund Kot frisst

Der erste Schritt führt bei hartnäckigem Kotfressen zum Tierarzt. Am besten sammelst du über drei Tage eine Kotprobe und bringst sie mit – so lassen sich Mängel, Parasiten oder Verdauungsprobleme als Ursache abklären, bevor du am Verhalten arbeitest. Denn wenn ein körperliches Problem dahintersteckt, hilft das beste Training wenig.

Ist gesundheitlich alles in Ordnung, geht es an den Alltag. Ein sicheres „Aus“ oder „Pfui“ ist Gold wert, damit dein Hund den Fund im Zweifel liegen lässt. An Stellen, wo du weißt, dass gerne mal etwas liegt, nimmst du ihn besser an die Leine und behältst ihn im Blick. Ein Maulkorb kann für eine Übergangszeit sinnvoll sein – nicht als Strafe, sondern damit du entspannt spazieren gehen kannst, während ihr am Verhalten arbeitet. Und im eigenen Garten gilt das Einfachste von allem: Häufchen sofort wegmachen, dann gibt es gar nicht erst die Gelegenheit.

Wichtig ist die innere Haltung dabei. Je weniger Drama, desto besser. Wenn dein Hund merkt, dass er mit dem Kot deine volle Aufmerksamkeit bekommt, wird das Verhalten eher stärker. Ruhig ablenken und ihn loben, wenn er von selbst weitergeht – das bringt dich langfristig weiter als jedes laute Wort.

Gras fressen beim Hund

Helfen Hausmittel gegen Kotfressen?

Im Netz kursieren viele Tipps: Ananas, Kürbis oder Zucchini ins Futter, damit der eigene Kot „unattraktiv“ schmeckt. Ehrlich gesagt funktioniert das mal, mal gar nicht. Bei manchen Hunden verändert es den Geschmack tatsächlich genug, bei anderen stört es überhaupt nicht – und beim Kot anderer Tiere hilft es sowieso nicht weiter. Als Versuch spricht nichts dagegen, verlassen würde ich mich aber nicht darauf. Nachhaltiger ist es, an der Ursache anzusetzen: an der Ernährung und an der Auslastung.

Die Rolle des Futters

Am Ende landen wir fast immer wieder beim Futter, und das aus gutem Grund. Ein hochwertiges, gut verdauliches Futter versorgt deinen Hund mit allem, was er braucht – und nimmt dem Körper den Anlass, sich anderweitig zu bedienen. Viele Hunde, die aus einem Mangel heraus Kot fressen, hören damit auf, sobald die Nährstoffversorgung stimmt und der Darm wieder gut arbeitet.

Genau hier setze ich in meiner Beratung an. Ich schaue mir an, was im Napf landet, wie gut dein Hund es verwerten kann und ob die Darmflora Unterstützung braucht. Mit dem Naturfutter von Reico arbeite ich, weil es schonend hergestellt wird und den Darm gut aufbauen kann – und ein gesunder Darm ist bei diesem Thema oft der Schlüssel. Das ersetzt keinen Tierarztbesuch, ist aber ein wichtiger Baustein, wenn das Kotfressen aus dem Futter kommt.

Kot fressen ist unschön, aber lösbar

So eklig das Thema ist – in den allermeisten Fällen bekommst du es in den Griff. Der Schlüssel liegt darin, die Ursache zu finden, statt nur am Symptom herumzudoktern. Steckt ein Mangel dahinter, hilft die richtige Ernährung. Ist es Langeweile oder Stress, helfen mehr Beschäftigung und Ruhe. Und ist der fremde Kot das Problem, helfen klare Regeln und ein gutes „Aus“.

Wenn du unsicher bist, woran es bei deinem Hund liegt, schau dir seine Fütterung genau an – und melde dich gerne bei mir. Gemeinsam finden wir heraus, was dein Hund wirklich braucht, damit das Häufchen am Wegrand bald nur noch ein Häufchen bleibt.

Über die Autorin

Ich bin Sandra Türpe, Naturfutterberaterin und Gründerin von Schnauzenschmaus. Seit fast 5 Jahren begleite ich Hundemenschen dabei, Beschwerden wie Schmatzen, Juckreiz oder Verdauungsprobleme mit natürlicher Ernährung an der Wurzel anzugehen – individuell, ehrlich und ohne Verkaufsdruck.
Mehr über meine Arbeit und mich erfährst du hier. 

1. Crivitzer Tierfest 04.07.2026

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