Schnauzenschmaus

Futterverweigerung

Was tun wenn der Hund nicht mehr frisst

Futterverweigerung macht viele Hundebesitzer große Bauchschmerzen. Wenn unsere Lieblinge ihr Futter verweigern und nicht mehr fressen wollen, beginnt bei uns schnell die Sorge, dass etwas nicht mit unserem Hund stimmt. Dass er krank ist, Schmerzen hat und er deshalb sein Futter einfach nicht mehr frisst. Viele Hundebesitzer bringen ihren Hund dann schnell zum Arzt und machen sich auf den Weg in den nächsten Tierhandel, um ein neues Futter zu besorgen, das ihr Hund lieber fressen möchte.
In unserem heutigen Blogbeitrag erklären wir euch, woran es liegen kann, wenn euer Hund nicht mehr fressen mag, und was ihr dann Gutes für euren Hund tun könnt. Denn ein ständiger Wechsel im Futter ist für unseren Hund als starkes Gewohnheitstier oft eher schädlich als hilfreich. Vor allem, wenn vielleicht wirklich die Ursache vom Nichtfressenwollen in einem doofen Gefühl im Magen liegt.

Wichtige Info vorab! Hunde verhungern nicht so schnell. Oft machen wir uns sofort Sorgen, dass unser Hund verhungert, wenn er nicht frisst. Da kann ich aber jeden beruhigen. Hunde stammen vom Wolf ab, und auch wenn sie es heute nicht mehr müssen, können sie, wenn es sein muss, sogar mehrere Tage auf Fressen verzichten. Es gibt also keinen Grund zur Panik, wenn dein Hund mal eine Portion aussetzt.
Es gibt unter anderem einige Hunde, die nur einmal am Tag fressen und einige Hündinnen fressen im Zeitraum ihrer Läufigkeit nur sehr wenig bis gar nichts. Jeder Hund hat seinen eigenen Rhythmus. Ihr müsst nur euren gemeinsamen Weg zusammen finden.

Ursachen für Futterverweigerung

Es kann unterschiedlichste Gründe haben, warum dein Hund sein Futter nicht fressen kann. Wichtig ist dabei immer zu bedenken, dass dein Hund ganz individuell ist. Manche Hunde tendieren von Natur aus dazu, gelegentlich gar nicht zu fressen. Andere fressen alles, was ihnen vor die Nase kommt. Grundsätzlich lässt sich die Ursache der Futterverweigerung meist in körperlichen Problemen wie einer Erkrankung, in der aktuellen äußeren Umgebung, wie Stress oder aber im Napf selbst finden.

Wichtig ist bei Futterverweigerung, zuallererst zu unterscheiden, ob es ein bekanntes Problem bei deinem Hund ist oder für ihn ungewöhnlich. Fängt das Problem mit der Futterverweigerung von heute auf morgen an, ist es oft ein körperliches Problem und äußere Veränderungen. Wenn das Problem schon lange besteht, ist es oft ein schleichendes Problem, wie die Erziehung von Frauchen und Herrchen oder ein langfristiges Problem mit dem Futter oder der Verdauung.

Beide Dinge sind natürlich ernst zu nehmen. Bei plötzlichen Veränderungen beim Fressverhalten sollte man die Situation aber immer nochmal verstärkt beachten, da hier die Gesundheit deines Hundes in Form von Infekten oder Erkrankungen eher im Spiel ist.

Futterverweigerung Hund

Herrchen- und Frauchenerzieheung als Grund für Futterverweigerung

Einige Hunderassen und oft die kleineren Hunde tendieren dazu, beim Futter und Fressverhalten sehr „eigen“ zu sein und ihr Herrchen bzw. Frauchen zu erziehen, was sie gerne im Napf haben wollen. Selbstverständlich wollen wir, dass unser Hund etwas zu fressen bekommt, was ihm schmeckt, doch manches Futter und auch einige „Toppings, die gerne mal als Futteranreiz gegeben werden, sind auf Dauer nicht gesund für unsere Tiere, obwohl sie ihnen gerne schmecken. Es geht also darum, die Waage zu halten zwischen „das frisst mein Hund gerne“ und „das ist gesund für meinen Hund“.

Wenn dein Hund also regelmäßig das Futter verschmäht oder dich auffordernd anschaut, bis du die Leberwurst, den Frischkäse oder andere tolle Toppings aufs Futter gepackt hast, dann liegt das „Problem“ offen gesagt bei dir selbst. Doch ich kann dich beruhigen: Das bekommt man wieder in den Griff und es ist eine wahre Erleichterung für viele Hundebesitzer, wenn das Thema nicht täglich zur Herausforderung wird, dass der Hund frisst.

Wie man dieses Problem lösen kann, folgt etwas weiter unten im Bereich Lösungen. Um direkt dorthin zu springen, klicke hier.

Körperliche Probleme - Wenn der Hund aufgrund von Schmerzen nicht frisst

Wenn der Magen gereizt ist, mag man nichts essen, und unseren Vierbeinern geht es da oft nicht anders. Aber auch andere körperliche Probleme können dafür sorgen, dass deinem Hund nicht nach Fressen zumute ist. Hier eine kleine Übersicht, wo die Ursache liegen kann und wie man das recht schnell abklären und gegebenenfalls ausschließen kann.

Probleme im Mundraum

Prüfe, ob dein Hund etwas zwischen den Zähnen hat, ob das Zahnfleisch gereizt ist oder ein Zahn bei leichter Berührung bereits eine Schmerzreaktion bei deinem Hund auslöst. Wenn du Fremdkörper zwischen den Zähnen nicht entfernen kannst, der Fremdkörper zu groß ist oder dein Hund Zahnschmerzen hat, ist der Weg zum Tierarzt das Beste. Idealerweise lässt du deinen Hund dann davor auch gar nichts mehr fressen, damit das Futter im Fall einer kurzen Narkose keine Gefahr darstellt.

Hund Zähne

Probleme im Magen

Ein Infekt, eine Magenverstimmung oder starke Magenreizungen können ein ganz simpler Grund sein für Futterverweigerung. Wenn es deinem Hund ansonsten gut geht, musst du nicht sofort zum Tierarzt. Anzeichen eines Problems im Magen und Darm sind oft Durchfall, weicher Stuhl und auch verstärktes Grasfressen und Schmatzen. Wie du hier kurzfristig Abhilfe schaffen kannst, erfährst du gleich weiter unten im Beitrag im Bereich „Lösungen“.
Wenn dein Hund sehr schlapp und abgeschlagen wirkt, macht ein Besuch beim Tierarzt natürlich Sinn.

Wenn dein Hund schmatzen oder Gras fressen grundsätzlich häufig macht, kann es sein, dass die jetzige Futterverweigerung nur die Spitze des Eisbergs ist. Dann lies bitte unbedingt unseren Beitrag zum Thema „Wenn der Hund schmatzt“, um zu erfahren, wo die grundlegende Ursache liegen kann und wie du sie beheben kannst.

Äußerliche Einflüsse - Hektik schlägt auf den Magen

Hund frisst gras Grasfressen beim Hund

Wie oben schon genannt ist unser Hund ein Gewohnheitstier und Veränderungen können Stress auslösen. Wenn also Urlaub oder ein Umzug angesagt ist oder um den Futternapf herum ordentlich Trubel ist, kann es sein, dass deinem Hund nicht nach Fressen ist. Ähnlich wie bei uns Menschen kann Stress auf den Magen schlagen und eine Übersäuerung auslösen, weshalb der Hund dann nicht fressen mag. Manchmal bemerkt man dann auch ein stärkeres Verlangen des Hundes Gras zu fressen.

Sorge für eine ruhige Umgebung um den Napf, und wenn stressige Zeiten anstehen, kannst du natürlich Abhilfe schaffen. In unseren Beiträgen zum Thema Urlaubsstress oder auch Silvesterstress zum beispiel kannst du mehr dazu lesen.

Probleme mit dem Futter selbst

Nicht jeder Hund interessiert sich dafür, ob das Futter ihm guttut. Bestes Beispiel ist hierfür mein eigener Hund, der einfach alles fressen würde, was ihm vor die Nase kommt. Aber es gibt eben auch Hunde, die genau prüfen, was im Napf ist, und wenn sie spüren, dass ihnen das Futter schwer im Magen liegt oder eben schwer zu verdauen ist, was dann eben wieder zu einem körperlichen Problem, wie Magenschmerzen oder einer Übersäuerung im Magen führt, dann fressen sie ihr Futter einfach nicht.

Die Herausforderung ist es hier, den Unterschied zu finden, ob dein Hund sein Futter wirklich nicht verträgt und ihm Schmerzen oder Unwohlsein verursacht, oder wir eher das Problem haben, dass dein Hund dich erzogen hat und auf etwas „Besseres“ in seinen Augen wartet. Hier macht es immer Sinn, sich das aktuelle Futter einmal genauer anzusehen, um sicherzustellen, dass das Futter nicht das eigentliche Problem ist. Wenn das ausgeschlossen ist, ist es dann oft das Erziehungsproblem.

Leider ist es nicht immer einfach, bei den Inhaltsangaben auf dem Futter zu durchschauen, was nun gutes oder weniger gutes Futter ist. Wir haben hierfür die Futtercheckliste entwickelt. Sie hilft dir dabei, schlecht Schlachtabfälle im Futter zu erkennen und Auslöser für Probleme in der Ernährung zu erkennen. Du kannst dir die Futtercheckliste hier kostenlos herunterladen.

Alternativ können wir uns dein Futter auch gemeinsam anschauen und auch gleich darüber reden, was es noch für Ursachen haben kann, dass dein Hund sein Futter nicht fressen mag. Melde dich hierzu zu unserer Futterberatung an und wir schauen gemeinsam, wie wir deinem Hund wieder gerne zum Fressen bringen.

Was tun wenn der Hund nicht frisst

Was machen wir nun aber, wenn der eigene Hund nicht mehr fressen mag? Zuallererst einmal Ruhe bewahren. Dein Hund wird nicht innerhalb von einem Tag verhungern. Versuche auszumachen, welche der Ursachen das Problem sein könnte, und entsprechend kannst du dann auch handeln. Wenn der Gesundheitszustand deines Hundes aber eingetrübt wirkt, dann ist ein Besuch beim Tierarzt natürlich sofort sinnig.

Lösung Futtererziehung bei Futterverweigerung

Wenn dein Hund regelmäßig Probleme beim Fressen macht und du dir eingestehen kannst, dass es vielleicht wirklich daran liegen könnte, dass du deinen Hund etwas zu sehr verwöhnt hast, dann lässt sich das oft in einigen Wochen in den Griff bekommen.

Die Lösung ist hier Klarheit und ein wenig Durchhaltevermögen. Stelle deinem Hund sein Futter zweimal am Tag für 20 Minuten hin. Egal ob er gefressen hat oder nicht, nimmst du es nach dieser Zeit weg. Meistens dauert es nur bis zum zweiten Tag, und dann versteht dein Hund, dass es keine Extrawurst gibt, und frisst sein Futter wieder. Bei manchen hartnäckigen Fallen dauert es auch mal bis zu einer Woche. Dein Hund wird aber in der Zeit nicht verhungern. Hunde fressen, wenn sie Hunger haben. Kein Hund verhungert vor einem vollen Napf. Wichtig dabei ist es, keine Spielereien ums Futter zu machen und es deinem Hund vor die Nase zu halten oder zwischendurch mal eine Leckerchen zu geben. Sei stark für 2–3 Wochen, und dann kannst du auch wieder Leckerchen im Alltag ins Spiel bringen.

Auch wenn dein Hund dann wieder frisst, macht es trotzdem Sinn, einmal das Futter überprüfen zu lassen, ob die Ursache nicht vielleicht zumindest zum Teil beim Futter selbst liegt. Wir können das gemeinsam mit dir bei unserer Futterberatung machen, oder du kannst dein Futter selbst mithilfe unserer Futtercheckliste unter die Lupe nehmen.

Lösung bei Verdacht auf Probleme mit Magen und Darm

Karottensuppe - Schonkosternährung für Hunde

Hier gibt es sowohl eine kurzfristige Hilfe, als auch eine langfristige. Wenn es nur ein kurzer Magen-Darm-Infekt ist, dann reicht eine kurzfristige Hilfe aus. Sollten die Probleme aber häufiger kommen, dann solltest du auch langfristig nach einer Unterstützung für Magen und Darm deines Hundes schauen. Denn wenn der Magen und der Darm nicht fit sind, kämpft dein Hund andauernd mit der Gesundheit, und das ist eine echte Belastung, die wir unseren Lieblingen nicht wünschen.

Der Darm ist die Basis eines gesunden Hundes, da hier nicht nur die Nährstoffaufnahme passiert, sondern noch viel mehr. Mehr dazu, wie wichtig ein gesunder Hundedarm ist und wie du die Darmflora deines Hundes stärken kannst, kannst du in unserem Beitrag zur „gesunden Darmflora“ nachlesen.

Was nun aber tun, wenn der Hundemagen nicht fit ist?

Wenn der Magen nicht fit ist, dein Hund vielleicht sogar Durchfall hat oder sich erbrochen hat. Dann solltest du ihm erstmal kein Futter geben, damit der Magen und Darm sich beruhigen können. Setze die aktuelle Mahlzeit komplett aus. Wenn Durchfall oder auch Erbrechen im Spiel ist, setze das Futter für den gesamten Tag aus. Dein Hund wird nicht verhungern, das verspreche ich dir. Stattdessen solltest du, wenn der Magen und Darm ein paar Stunden Zeit hatten, sich zu beruhigen, deinem Hund eine morosche Karottensuppe als Futterersatz anbieten. Diese hilft dem Magen und Darm, sich zu beruhigen, und gibt deinem Hund wichtige Nährstoffe. Einen Tag später, wenn der Durchfall sich beruhigt hat, kannst du dann wieder eine kleine Portion Futter geben, ergänzt durch noch etwas morosche Karottensuppe.

Was die morosche Karottensuppe ist und wie du sie super leicht selbst machen kannst, erfährst du hier in unserem Blogbeitrag zur Karotte und den tollen Fähigkeiten.

Futterverweigerung ist kein Grund zur Panik

Wichtig ist bei Futterverweigerung immer, Ruhe zu bewahren und durchzuatmen. Sehr oft lösen sich die Probleme so recht schnell. Wir tendieren in vielen Fällen dazu, unserem Tier dann sofort eine andere Lösung anbieten zu wollen, weil wir Futter mit Lebensenergie verbinden. Doch oft löst genau dieses schnelle und häufige Wechseln des Futters die wirklichen Probleme für deinen Hund aus. Er lernt, dass Futter ständig wechselt, und der Magen und Darm werden durch häufige Veränderungen in der Futterzusammensetzung völlig durcheinandergebracht.

Die Grundlage für eine gute und lange Hundegesundheit ist das Futter. Umso wichtiger also, immer einen Blick darauf zu haben. Doch ähnlich wie bei kleinen Kindern, versuchen auch unsere Hunde uns hier manchmal auszutricksen und statt des gesunden Brokkoli lieber ein Eis von uns zu ergaunern. Hier gilt es, elterliche Erziehung walten zu lassen und sich gelegentlich mal durchzusetzen.

Übrigens: Tatsächlich können wir aus unserer Erfahrung sprechen, dass mehr als 75% der Fälle bei langfristiger Futterverweigerung und Fressproblemen mit einem Wechsel zu einem Naturfutter und Klarheit in der Fütterung innerhalb von 2 Wochen gelöst werden. Es gibt natürlich immer mal Sonderfälle, aber oft kann und darf es recht einfach sein.

Individuelle Futterberatung

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